Ganz einfache Blaubeermarmelade 3:1

Jede Jahreszeit hat ihre Höhen und Tiefen. Das Tief dieses Sommers sind die Tiefs im Norden, die keine Beständigkeit des „Summer-Feelings“ ausbrechen lassen. Es gibt aber auch Hochs. Dazu gehört die Abfolge: Erdbeeren, Blaubeeren, Brombeeren, Himbeeren usw. Täglicher Obstsalat ist vor allem abends ein Highlight, das spart Schokolade und/oder Chips. Nun hab ich Etagenbewohner auch eine Kollegin mit einem riesigen „Kleingarten“. Paradox, oder? Und dort hat es Blaubeeren en masse. Allerdings beklagt sie, dass bei diesen hiesigen unsteten Temperaturen die Reifung nicht so stattfindet, wie man das kennt. Letztens orderte ich 2 kg, wovon 1kg eingefroren wurde. Das andere Kilo verschwand fast zur Gänze in Joghurt, Buttermilch-Blaubeer-Drink, Obstsalat usw. Ich orderte 3 kg nach, aber es wurden leider nur 1,75 kg.

So bleiben mir für die Marmelade nur 2 komplette Kilos. Da ist schon fast Kopfrechnen angesagt, was den 3:1 Zucker betrifft. Heute will ich aber auch mal ausprobieren, die Deckel ohne Isopropanol zu verwenden, denn in einschlägigen Marmeladerezepten fand ich nichts dergleichen. Dieses Flambieren der Deckelinnenseite und sofortiges Zuschrauben der Gläser (was dann die Flamme erstickt) habe ich so von meiner Mutter gelernt. Gerade bei der 3:1 Zubereitung bin ich etwas skeptisch. Aber ich probiere es einfach mal ohne Iso aus.

Ein weiteres Thema ist das Sterilisieren der Gläser, ich mache dieses im Backofen bei 120°C. Die Deckel koche ich für einige Minuten in einem Topf aus. Sollte reichen, oder?

Man nehme:

Sterilisierte Marmeladengläser, sterilisierte Deckel
1 großer Topf
1 Einfüllstutzen
1 Pürierstab (evtl.), oder evtl. Flotte Lotte – ich nehme den Pürierstab
2 kg Blaubeeren
666,667g Gelierzucker 3:1
1 Vanilleschote
Saft einer Zitrone

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Wenn man – wie ich – kein Profi ist, dann wiegt man zuerst alle Zutaten ab, legt alle Gerätschaften zurecht, gibt die Blaubeeren in den großen Topf und füllt Zucker dazu. Einmal gründlich umrühren, dann kanns schon mal Saft ziehen. Die Vanilleschote auskratzen, dazu geben, aber auch die Schote an sich, die wird hinterher gerettet. Zitrone auspressen. Während der Gelierzucker da nun so die Früchte versüßt, muss man die Deckel den Gläsern vorsichtshalber schon mal zuordnen. Nichts ist schlimmer, als hinterher den passenden Deckel zum Glas zu suchen. Und: Ist man kein Profi und traut auch den Internet Tipps nicht – was keine Kritik sein soll, eher ein Ausdruck eigenen Unvermögens – sterilisiert man lieber mehr Gläser und Deckel, als man braucht.

Die Beeren und der Zucker nebst Vanilleschote u. Mark werden zum Kochen gebracht. Gerne mit einem Kochlöffel anfangs drin rum stampfen, damit der Saft raus kommt. Blaubeeren können eine doch recht feste Schale haben. Wenn sie Saft gezogen haben, geht man mit dem Pürierstab durch, es dürfen gerne noch stückige Heidelbeeren vorhanden sein.

Wenn die Masse kocht, Hitze runterschalten und ca. 5-7 Minuten köcheln lassen und den Zitronensaft zugeben.

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Wenn alles gut ist, den Schaum und später dann den Rest aus dem Topf in ein  Schälchen geben. Das gibts die nächsten Tage zum Frühstück. Die Marmelade dann sofort randvoll (!!!) in die vorbereiteten Gläser geben, zuschrauben und kopfüber auskühlen lassen.

Trash-Food: Toast Hawaii

Ich weiss nicht, was mich gestern dazu verleitet hat, Hawaii-Toast zu erwähnen, ich glaube, es war im Zusammenhang mit dem Lokal, in dem wir am 1. Feiertag zum Mittagsbrunch eingeladen waren. Ich war zum 2. Mal dort, und wieder versetzte mich das Restaurant in Hawaii-Toast-Zeiten. Liegt vielleicht an der Aufmachung des Buffets dort, am Ambiente der Räumlichkeiten und – ich wiederhole mich wohl – an den finsteren Tälern des Sauerlandes.

Wer mehr wissen möchte, hier meine Erfahrungen vom Weihnachtsfest 2013:

http://www.restaurant-kritik.de/bewertungen/320798

Wie dem auch sei, ich hatte mich gestern zu dieser Äußerung hinreissen lassen, aber eins kann ich euch sagen: Es wird auf die obligatorische Kirsche verzichtet. Ein Klecks selbstgebrauter roter Marmelade tut es auch. Mr. G. bedeckt das ganze Machwerk sowieso lieber mit Spiegelei.

Hier und jetzt verkünde ich aber meine aus der Kindheit erlebte klassische Version (mit Marmelade statt Kirsche.)

Man nehme (pro Toast):

1 Scheibe Toast
etwas Butter
1 Scheibe Kochschinken
1 Scheibe Ananas aus der Dose (das muss aus der Dose, sonst wäre es nicht original-Trash)
1 Scheibe Käse (Scheibletten – Trash !)
1 seltsame Chemiekirsche oder 1 TL rote Marmelade

Zuerst toasten wir das Toastbrot in einem handelsüblichen Toaster. Dann legen wir es auf einen Teller, bestreichen es mit Butter und legen eine Scheibe Kochschinken drauf. Kein großer Akt. Dann fischen wir aus der Dose eine Scheibe Ananas, legen sie auf den Kochschinken und bedecken das dann mit einer Scheibe Scheiblettenkäse. Dieses Konglomerat schieben wir in den vorgeheizten Ofen. Das muss nicht der normale Backofen sein, das reicht auch in der Mikrowelle, so sie denn eine Grillfunktion hat, oder ein Tischgrill. Hauptsache, die Grillfunktion ist an. 2-3 Minuten dürften reichen, denke ich, dann nehmen wir den Toast heraus, der Käse ist verlaufen, in die mittige Ananasmulde geben wir nun die Chemiekirsche oder den TL rote Marmelade.

Variationen berichten von Tomatenscheiben unter dem Schinken. Ja, warum nicht. Warum nicht mal Tomatenscheiben unter dem Schinken?!!!

Ich erinner mich an Zeiten, da war sogar glatte Petersilie exotisch. Knoblauch gabs – wenn überhaupt – in Deutschland nur in diesen Maggi-Würz-Dingens. Granulat. Beim Gastarbeiter kaufte man damals nicht. Wer weiss, was der so alles in den Brunnen schüttet.Und leider gibt es (nicht nur dadurch auch Zeitgenossen, die keine Bratensoße ohne Maggi-Fix oder Knorr-Fix zustande bringen. Röstgemüse und Co. Aber das kriegen wir später. Andernmal, versprochen. Heute kriegen wir Toast Hawaii. Heute kriegen wir sowas von deutschem Toast Hawaii, garantiert.

Wenn ich das gegessen habe, bin ich trotzdem nicht Pegida-tauglich.

WP_20141227_001Ohne und mit TomateWP_20141227_003WP_20141227_004Eins mit und eins ohne Tomate, mal sehen, wie es wird. Dass der Grill oben aktiv ist, sieht man leider nicht.  Ich bin gespannt.Marmelade

 

Endergebnis

Apfelgelee mit Limetten und Basilikum

Nachdem das andere Apfelgelee mit Rosmarin recht gut wurde, entschloss ich mich heute, es mal mit Limetten und Basilikum zu probieren. Bevor aber das ganze Konglomerat seiner Schaffung entgegenstreben durfte, mussten noch Bio-Limetten besorgt werden. Bio-Basilikum hab ich eh im Topf. Beim Bio-Händler meines Vertrauens fanden sich arg vertrocknete Exemplare, frische hatten sie nicht auf Lager, auf meine Bitte um Preisnachlass wurde mit „geht nicht“ reagiert. Dem Mann, der mich beriet, war das arg peinlich, er raunte mir zu, er selbst habe letztens beim „Centy“-Discounter Bio-Limetten gekauft. Ich wollte es probieren, aber mich nicht drauf verlassen, vielleicht war es ja keine Standardware. Ich nahm die 4 vertrockneten aus dem Bio-Laden (*flüster*) er berechnete mir nur drei, entgegen der Anweisung von oben. Nachdem ich den Hund (der ja bei der Tagesmutter weilt) ins Auto verfrachtet hatte, eine Aloe beim nächste Woche in Rente gehenden Kollegen ausgeladen hatte, suchte ich noch den besagten Discounter auf und erstand Bio-Limetten für 1,99/400g.  3kg. Äpfel besorgte ich auch noch, die waren im Angebot.  Und dann ging das so:

Man nehme:

2 kg Äpfel, Gelierzucker entsprechend Saftgewicht 1:1 zzgl. 150g
1 Hand voll Basilikum
2-3 unbehandelte  Limetten
125 ml trockenen Weisswein

Die Äpfel werden gewaschen, geviertelt, von Blüten und Stängeln befreit. Im Entsafter oder Schnellkochtopf entsaften. Ich habe weder das Eine noch das Andere, ich half mir so:

Schnellkochtopf

Äpfel kleingeschnippelt da rein, Wasser drauf und kochen lassen. Natürlich ersetzt die Faden-Gummi-Konstruktion keinen Schnellkochtopf, aber es geht – irgendwie – .

Während das köchelt schält man die beiden Limetten dünn ab und die Schale schneidet man dann in ganz ganz ganz dünne Streifen. Beim Basilikum verfährt man genauso. Dann presst man die geschälten Limetten aus, nimmt vlt. noch eine weitere zum Auspressen dazu. Man misst den Wein ab und wartet, dass man meint, die Äpfel seien fertig.

Wenn dem so ist, gießt man (wenn man weder Entsafter oder Schnellkochtopf hat) die Apfel-Wasser-Mischung durch ein Sieb fängt den Saft in einer Schüssel auf. Bei mir hats ne 3/4 Stunde leicht geköchlet, es war konzentrierter Saft. Mit einem Löffel dann im Sieb herumfuhrwerken, ein dünnes sauberes Tuch geht viel viel besser, eine von den alten Mullwindeln, wenn die wer noch kennt. Küchentuch ist suboptimal!. Man stelle den mittlerweile gewonnenen Saft auf eine Waage (natürlich ziehe man das Gewicht der Schüssel ab, nech). Bei 2 – 2,5 kg Äpfeln mit 1/2 Liter Wasser kommen so ca. 1200g Apfelsaft heraus. Pi mal Daumen reichen also 1500g Gelierzucker, das muss jeder selbst ausprobieren!

Man gebe diesen Saft zurück in den Topf, der zuvor noch schnell ausgewaschen wurde, füge den Gelierzucker hinzu und erhitze diese Mischung. Dabei immer schön rühren. Wenn das dann anfängt zu köcheln gießt man den Wein hinein, den ausgedrückten Limettensaft, die Limettenschalenstreifen sowie die Basilikumblätterstreifen.  Umrühren.

Man nehme die Mischung vom Herd und fülle sie in ausgekochte saubere Gläser. Die Twist-Off-Deckel flambiere man innerlich mit Alkohol und verschraube diese noch brennend mit den Gläsern. Sorfort das jeweilige verschlossene Glas auf den Kopf stellen.

Dann kann man nichts weiter tun, als gelegentlich die Gläser umzudrehen. Vom Kopf auf den Boden, und umgekehrt. Die Innereien sollen nämlich weder oben schwimen, noch unten dümpeln. Je kälter und fester das alles wird, umso weniger Bewegung  ist dann da drin.

im Glas

Kleiner Tip: Sollte einem passieren, dass das Gelee oder die Marmelade (was weiss ich, kann ja immer mal sein) nicht fest wird, keine Panik. Ruhe bewaren, den Kaufmann des Vertrauens aufsuchen, Gelierzucker und / oder Pektin kaufen. Sämtliche Gläser wieder in einen Topf entleeren. Die Gläser sowie die Deckel werden erneut abgewaschen und ausgekocht und auf saubere Tücher über Kopf gestellt. Man erhitze die im Topf befindliche Masse, füge Pektin und Zucker (oder nur Pektin, es soll ja nicht sooooo süß werden, dass man mit den Mundwinkeln „merkelt“) hinzu,

zu viel Zucker

aufkochenlassen und erneut in die Gläser, Prozedur wir oben.