Banderillas Picantes

Dies ist jetzt kein Rezept, sondern eine „Hommage“ an ein Konservenprodukt, was man natürlich auch gerne selber fabrizieren kann.
Auf meiner Lieblingsinsel im Lieblingssupermarkt direkt vor unserer Lieblingsherberge erstand ich eines Abends ein Glas Banderillas Picantes. Wer weiss, wozu es gut ist, dachte ich. Vielleicht für später am Abend beim Kartenspiel zum Picken?

Ich bin kein, überhaupt kein Freund von MixedPickles, aber genauso sah es aus. Allerdings aufgespießt. Und „picantes“ machte Hoffnung auf leckere Schärfe.  In diesem Fall muss ich sagen, dass banderillas picantes nicht nur scharf heissen, sie sind es auch, verdienen also den Zusatz „picantes“. Sie schmecken pur zum Picken, zu Rührei, die Flüssigkeit macht sich gut an Pastasauce, und und und.

2 Gläser fanden noch den Weg in die norddeutsche Tiefebene, hielten sich dort aber nicht lange.

Zum Glück !!!! Also, zum Glück habe ich eine Schwester und einen Schwager, die gerne lange und länger mit dem WoMo auch gerne mal wochenlang durch Spanien touren. Und: Sie brachten mir eine Palette Banderillas Picantes mit. Die Version aus dem dortigen Aldi ist geschmacklich identisch mit der Unide-Version aus dem Supermarkt im Tal des großen Königs auf La Gomera.

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Und dieses vorletzte Glas wird es heute Abend geben mit groben Kürbiswürfeln aus der Actifry.

La Gomera, man liebt es, oder man hasst es !

Es begab sich aber zu der Zeit, da…..          nee, quatsch. Was soll man schreiben, wenn man mal so gerade eben aus dem Flieger gestiegen ist? Aus dem falschen Flieger, wohlbemerkt. Aus einem Flieger, dessen Kofferzettel TFS-BRE bescheinigt?! Vielleicht hätte ich heute vor genau 3 Wochen hier schreiben sollen. Ich hätte dem geneigten Leser meinen Frust erspart, meinen Frust über diesen leidigen Kofferzettel TFS-BRE.  Stünde da nämlich BRE-TFS, wäre alles viel leichter, ich säße auf einer der beiden Terassen, würde mir die Wellen anhören können, dieses wunderbare Grundrauschen.

Also schließe ich mal kurz die Augen – kann auch länger dauern – und entsinne mich zuerst einmal an den 4. Juni.

 

Wie irre ich mich auf diese 3 Wochen freute, zumal ich letztes Jahr nicht dort war. Es wurde also mal wieder Zeit, man wird ja „unlente“ im Gemüt. Ich erzählte schon seit Wochen jedem, der es hören wollte oder auch nicht hören wollte, dann und dann sei es endlich wieder so weit. Diese Erzählungen beinhalteten auch den Hinweis, dass man dort den Alltag, den Stress, die Hektik „wirklich und in echt“ hinter sich lässt. Wenn man sich drauf einlässt. Das muss man, wer das nicht will, bleibt lieber auf Teneriffa oder einer anderen „Stopfinsel“. Es mag arrogant klingen, aber das Kind muss ja beim Namen genannt werden.

Und weil ich gerne esse, koche, abnehme, sollen auch hier die Rezepte zu Wort kommen. Die Rezepte, die ich dort koche, zubereite, schnipple, oder auch im Restaurant esse.

Aber zuerst musste man ja mal hinkommen.

Da ich unbedingt ab Bremen fliegen, auf Teneriffa aber nicht die letzte Fähre ergattern wollte, schied der irische Harfenflieger schon mal aus. Gut so. Billig ist nicht immer günstig, und wirklich günstig ists dann auch nicht immer. Erinnert mich an Massentierhaltung. Zu Ohren kamen uns auch ernst gemeinte und verifizierte Bestrebungen, Stehplätze und Gebühren für den Klogang einzuführen. Ich meine, wenn das dann so ein Luxusklo wäre, mit Bulleye, klassischer Musik, orbital angehaucht, ok, aber nein danke. Nicht so, wie die Iren das angedacht hatten. Außerdem hatten sie durch die Konstellation ihres Flugplans eh schon verloren.

Also, lange Rede kurzer Sinn: wir flogen mit Germania, inkl. Sitzplatzreservierung für Hin- und Zurück. Zurück… das lag in so weiter Ferne, musste aber sein, da wir (noch) nicht den A… in der Hose haben, oneway zu buchen. Meine Schwester brachte uns zum Fliegerhorst Bremen und es ging mit 1 Std.Verspätung los, da der Copilot erkrankt war und man den Ersatzcopiloten anfordern musste. Unterwegs gab es ein leckeres warmes Frühstück (Tortilla mit gegrillten Tomatenscheiben u. Kartoffelrösti).

Kann man nur mit Handgepäck 3 Wochen auf La Gomera sauber hinfrickeln?

Ja. Man kann. Rückblende: in 2012 waren Sister und ich zuletzt gemeinsam dort. 3 Wochen nur mit Handgepäck.

Man nehme:

1 Badetuch, 3-4 Slips, 1 Bikinihose, 1 Kleid, 1 Hose, Teva-Latschen, 2 Shirts, Handy, Fotoapparat, Notebook, evtl. noch nen Shirt. Diese Dinge verstaue man im Handgepäck und fliege einfach los.
Am Körper trägt man:
1 andere Bikinihose (falls notwendig), 1 Hose, 1 Bikinioberteil, 1 Shirt, feste Schuhe zum eventuellen Wandern

Hygieneartikel !!! mag der ein oder andere panisch aufschreien!!! Hygieneartikel???? Wassen damit??? Tja, was soll ich sagen….. selbst jenseits der Stopfkanaren gibt es Zahnbürsten, -creme, Duschgel, Shampoo, Gesichts- und Körpercreme. Und was man sonst noch so braucht, oder meint zu brauchen. Hairstyling z. B.

Viele Unterkünfte in Vueltas (das Dorf im Valle Gran Rey) haben irgendwo eine Waschmaschine stehen (meist auf dem Dach), die benutzt werden darf. Wie es allerdings in „Stopfbunkern“ aussieht, entzieht sich unserer Kenntnis.

Teneriffa

Und dann ist man da, also der Flieger landet, man steigt aus, holt den Koffer, so man einen hat (wir hatten diesmal, wg. Taucherflossen und Taucherbrillen). Im Flieger und am Airport schaut man sich dann schon mal um, wer wohl noch so alles rüber will, rüber nach La Gomera, um sich mit mehreren ein Taxi teilen zu können. Es fällt nicht schwer, sich gegenseitig zu erkennen. Ich persönlich achte immer auf Schuhe und (bei Frauen) auf Fingernägel. In 2011 trafen wir auf ein Pärchen, welches uns ansprach, sie waren auch in unserer Maschine. Dieses Jahr trafen wir sie wieder, schon morgens vorm Abflug, und so war die Tour zum Hafen per Taxi gleich geklärt.
Leider war dieses Mal am Hafen von Los Christianos die Hafenbar geschlossen, was solls. Ärgerlich, aber nicht weltbewegend. Die Zeit kriegen wir auch so rum. Und das ist wichtig!!! Die Zeit rumkriegen, bis die Fähre geht. Bis man wegkommt von Teneriffa.
Natürlich mag es auch dort schöne Ecken geben, aber die Menschen, die sich für die schönen Ecken auf Teneriffa interessieren, hält man dann für La Gomera Reisende.

Fred Olsen oder Armas ????

Ganz klar: Die Entscheidung richtet sich nach zeitnaher Abfahrt nach Ankunft des Fliegers. Fred Olsen hat bei mir zwar verschissen, da die Linie nicht mehr das Valle Gran Rey anläuft, aber gut, man gewöhnt sich an alles und kutschiert dann von San Sebastian per Bus, Mietwagen oder Taxi über die ganze Insel gen Westen.

Valle Gran Rey

Das Valle untergliedert sich in mehrere Ortschaften. El Guro, La Calera (beide am Hang), La Playa, La Puntilla, Borbalan und Vueltas. Diese Ortschaften sind alle untereinander fußläufig zu erreichen. Am Schönsten ist es, wenn man schon mal mit Auto, Bus oder Taxi vom Fähranleger in San Sebastian anreisen muss: Der erste Blick ins Valle. Spektakulär im Sinne von ergreifend. Keine Attraktion, kein Loro Parc, aber das Wissen: Valle. Zuhause.

Dann kommt man an in der Unterkunft. La Playa, Borbalan, Vueltas. Hat man kein Pauschalarrangement gebucht, sondern sich in der kalten Heimat direkt mit dem Vermieter in Verbindung gesetzt, kann es häufig vorkommen, dass die Mail- oder Fax-Anfrage nach Schlüssel wie folgt beantwortet wird: „Liegt unter der Matte“ oder:  „Schlüssel steckt“.

Nachdem man das, was man im Koffer oder Daypack verstaut hatte in die Schränke geräumt hat, steuert man den nahen Supermarkt an. Der uns nächste Supermercado Olivier hat die Größe eines Tante Emma Ladens, trotzdem gibt es dort alles. Also wird alles eingekauft. Auch Spülmittel.

Unterkunft

Wir hatten ein Appartment gemietet im Casa Pablo in Vueltas. 2 Schlafzimmer, 2 Balkone, Bad und Wohn- Kochbereich. Drinnen hielten wir uns wenig auf. Dazu haben wir in der Kalten Heimat lang und schlapp Zeit. Auf dem Balkon Frühstücken (näheres gibts später) und zu Abend essen (gibts auch später). Da im Juni nicht Saison ist, waren wir die einzigen Gäste im Haus. Diese Zeit nutzte unser Vermieter, um die Küche seiner Mutter, die gegenüber wohnt, zu renovieren, da haben wir dann lang und schlapp mit dem Fliesenleger über Fußball gefachsimpelt.

Rosita versorgt einen mit frischen Handtüchern und Bettwäsche. Natürlich bezieht man das Bett selbst, auch greift man zu Besen und Feudel, wenns notwendig ist. Es sind quasi die eigenen 4 Wände.  Und immer ein Schwätzchen halten, da weiss man, dass man zuhause ist. Die Ebenen verschieben sich. Auch wenn man nicht dort lebt, dieses aber ernsthaft in Betracht zieht. Und Maria (die Vermieter-Mutter) bringt selbst gebackenes süßes Brot vorbei oder mal ein Körbchen selbstgepflückte Mangos.

Valle Bote  Club de Mar

Wenn man in Vueltas wohnt, kommt man automatisch am Club de Mar vorbei, dort wohnt auch der „Valle Bote“. Eine Anlaufstelle und Auskunftei erster Güte. Bücher, Valle-Bote, Postkarten, Messer und noch mehr Allerhandlei gibt es dort zu kaufen, bei mir waren es dieses Mal Taucherflossen von Cressi. Whale-Watching-Fahrten kann man hier buchen, Nachrichten hinterlassen für jemanden, oder Nachrichten von jemandem erhalten.

Der Valle Bote an sich ist ein sporadisch erscheinendes printmediales Machwerk, dem es ebenso ergeht, wie der Insel an sich: Geliebt oder gehasst. Nichts und Niemand bleibt verschont, das kostet dann auch schon mal nen Anzeigenkunden. Hauptkritikpunkt: überhebliche Arroganz, alles und jeden lächerlich machend. Nun denn. Polarisierend ist die Insel ja sowieso, warum sollte der Valle Bote da anders sein? Ich selbst hatte am letzten Tag eine akustische Erfahrung gemacht, unten am Hafen in der Cofradía, da hätte ich mir Hannibal Lecter zum Freund gewünscht. Ein Freund, der gerne Speiseempfehlungen entgegen nimmt. Aber auch dazu später mehr. Stopftouristen, Kapeiken und Tackerboys, nicht zu vergessen der wirklich richtig gute Beitrag über die Olsen-Bande, also über die echte reale Olsen-Bande. Ja, ich lese denValle Boten gerne.
Der folgende Link ist ein kleiner Ausschnitt dessen, was der Valle Bote zu bieten hat.
Ansonsten bekommt man im Club de Mar auch wirklich fundierte Auskünfte über den Unterschied zwischen Edelstahl und Flussstahl. Überhaupt: wenn man was wissen will, wissen muss: dort fragen. Und wenn sie dort die Antwort nicht wissen, kennen sie jemanden, der die Antwort weiss. Spanischkenntnisse sind übrigens kein Hindernis.

http://www.valle-bote.com/

 

Felsen

Und dann war da mein Felsen. Natürlich gehört er nicht mir, aber es ist mein Lieblingsort. Man hat völlige Ruhe, ab und an sind noch 1-5 andere Menschen dort, aber es ist total entspannt. Man springt vom Felsen ins Wasser, schwimmt, kommt raus, setzt sich und genießt die Ruhe. Ich kann das stundenlang auch ohne Buch, es wird mir nicht langweilig. Ich sehe den Gezeiten zu, dem Wandern der Sonne und dem Ziehen der Wolken, wenn denn welche dort sind. Man lernt auch manche Menschen kennen, man unterhält sich und selten artet es in Small Talk aus. Mit Taucherbrille und Schnorchel erkundeten wir die Fischwelt in den Felsen. Die kleinen Blauen mit dem gelben Streifen lieben übrigens Mangoschale.

Und was noch wunderbar ist, ist folgender Link. Leider habe ich ihn erst nach Rückkehr entdeckt.

http://www.gezeitenfisch.com/es/islas-canarias/san-sebastian-de-la-gomera

Wandern

Wandern auf La Gomera kann für Manchen ein Muss sein. Muss es aber nicht. Sollte aber schon. Am besten ist es, wenn man sich einen Wanderführer in persona nicht in Buchform nimmt. Muss ja nicht immer sein, aber einmal sollte man das tun. Wir taten es. Dieter Scriba von Öko Tours ist absolut empfehlenswert. Es gibt auch andere, größere und um wenige Euros billigere Anbieter, aber sind sie deswegen seriöser und ausgebildeter? Dieter ist Dipl.-Biologe und hat sich unserer angenommen, obwohl wir nur zu zweit waren. Ich bin kein Flora- oder Faunafreak, mein Interesse kommt durch die Tat. Und es war verdammt interessant, was Dieter uns unterwegs gezeigt, erzählt, erklärt hat. Und ich möchte ums Verrecken nicht mit 18 Leuten durch die Tucht streifen. Solch eine Gruppe trafen wir unterwegs leider auch. Waren wohl (mal wieder) 2 Gruppen „wg. Krankheit“ eines Führers  zusammengelegt worden? Zuerst erkundeten wir die Westküste. Ich weiss leider nicht mehr so sehr, wo überall wir waren. Im hohen Garajonay waren wir nicht. Es war wunderschön, wirklich. Diese Bäume mit den herabhängenden Moosen.

Zum Schluss kehrten wir in Las Hayas bei Efigenia ein. Efigenia betreibt ein Lokal, in dem man essen und trinken kann, außerdem kann man selbst hergestellte Leckerlichkeiten (z.B. Almogrote) erwerben. Eine Speisekarte gibt es dort nicht. Auch keine wechselnde Auswahltafel oder so. Es gibt: Comer y Beber? Man ist natürlich hungrig nach einer Wanderung. Und dann gibt es Efigenias Eintopf. Vorweg ein Salat, mit Banane, Apfel, Zwiebel, Tomate, Papaya, Paprika. Brot, Mojo rojo u.Almogrote. Bald kommt eine große Schüssel Suppe auf den Tisch, eine Schale Gofio. Die Suppe besteht aus Brühe, Kartoffeln, Kohl, Möhren, Knoblauch, und anderen leckeren Sachen. Man füllt sich den Teller, rührt Gofio und Almogrote hinein, vlt. einen Löffel Mojo dazu? Klar, warum nicht? Dazu gibts eine Karaffe Wein und zum Schluss „Leche asada“. Einfach lecker. Doña Efigenia ist seit Jahren in vielen Presseorganen erschienen, hat Preise erhalten, auch die New York Times hat ihr einen großen Artikel gewidmet. Zum Schluss – das Essen kostet zwischen 10 und 15 Euro inkl. Wein – verabschiedet sie die Gäste persönlich, nicht ohne ihne noch ein Tütchen Rosinen, Mandeln oder anderes mitzugeben. Man hat dabei das Gefühl, sie kenne einen seit Jahren, persönliche Ansprache ist ihr wichtig, aber auch Programm.  Dieses Persönliche am Ende zelebriert sie, auch wenn du das erste Mal dort bist. Ich war erst das zweite Mal dort. Und trotzdem: Sie ist unschlagbar in einfacher gomerischer Küche. Entweder wandert man danach weiter, oder man begibt sich zurück ins Valle.

Für Erstreisende: Der Bus  hält nicht direkt im Ort. Ihr müsst – wenn ihr bei Efigenie rauskommt – nach rechts gehen, dann bei der nächsten Abzweigung wieder rechts, bergan, Las Hayas endet, die Straße geht geradeaus und es gibt einen Abzweig nach sehr scharf rechts. Und dort befindet sich die Bushalte. Soweit ich weiss, kommt um 16.00 Uhr auch ein Bus, der ins Valle fährt. Das kann sich aber immer irgendwie ändern. Vor 2 Jahren trampten  wir zurück. Das war auch kein Problem.

Einheimische Gomeros – Gomerianer

Neben den einheimischen Gomeros gibt es noch die zugewanderten „Gomerianer“, dies ist eine Wortschöpfung.Im Gegensatz zu den Balearen oder den anderen Stopfcanaren, wird auf La Gomera spanisch gesprochen. Man muss der spanischen Sprache als Urlauber nicht mächtig sein, aber es gibt etwas, was gar nicht geht: Von jedem Wirt, Verkäufer, usw. erwarten, dass er/sie deutsch spricht. Als Urlauber kann man sich auch mal Mühe geben, die Landessprache zu benutzen. Danke heisst gracias. Ist das denn so schwer? Ich könnte mich hier stundenlang über fehlgeleitete Urlauber auslassen, die besser die Fähre verpasst hätten und auf Teneriffa geblieben wären.

Whalewatching

La Gomera und Whalewatching gehören zusammen wie Bratkartoffeln und Zwiebeln. Ausfahrten mit Amazonia oder Oceano kosten zwischen 43 und 40 Euro und sind ihr Geld allemal wert. Eine Garantie, Wale und/oder Delphine zu sichten, gibt es natürlich nicht. Die Fahrten dauern zwischen 3,5 – 4 Stunden. Bei Amazonia kann man zum Ende hin noch in einer schönen Bucht baden, danach gibt es an Bord Paella, von der Frau des Captains selbst gebastelt. Volker, der Guide, steht einem auch jederzeit mit Rat und Tat zur Verfügung. Wer seekrank werden kann: Ingwer. Ingwer hilft. So verteilte Volker Ingwertee an die, die davon betroffen sind, oder Ingwertee einfach mögen.

Zum Whalewatching war ich bei meinem ersten Aufenthalt anno 2011 im Juni gekommen. Ich bin ein Spätzünder, was La Gomera betrifft. Leider, muss ich sagen.

Das erste Mal mit der Tina, aber die ist mir zu groß, die Baguette-Schnittchen (als Tapas angeboten) zu armselig und auch ansonsten nicht so mein Fall. Einzig deren Guide ist gut.

Dann in 2011 waren wir im Herbst mit Oceano draußen, es gab Wale zu bestaunen, leider keine Delphine, aber trotzdem war es gut.

In 2012 dann mit der Amazonia. So lernte ich Kara und Momo kennen, 2 ganz liebe Menschen, die auf La Gomera leben. Es war die bisher schönste Ausfahrt. Nicht nur wg. der Delphine. Wir lernten damals auch noch eine Frau aus der Schweiz kennen, wunderbar.

Dieses Jahr waren Kara und Momo im Juni leider auf Deutschlandurlaub, aber wir buchten trotzdem auf der Amazonia. Klar. Volker an Bord als Guide, Juan-José als Eigner und Captain. Große Tümmler trafen wir unterwegs. Oder trafen sie uns? Ich finde es immer ergreifend, zu Tränen rührend, Delphine in freier Wildbahn erleben zu dürfen, darüber mag manch einer lachen, aber das ist so. 2 Wochen später fuhren wir nochmals mit der Oceana raus, Volker war natürlich auch wieder dabei.

Diese Ausfahrten sind etwas, was ich täglich machen könnte. Es würde mir niemals langweilig werden. Und es ist einfach nur zu empfehlen, dies mit Amazonia oder Oceana zu tun.

Witziges, wer kennt wen

2 kleine Begebenheiten, die jetzt nichts mit der Insel an sich – oder vielleicht doch und erst recht? – zu tun haben. Kara trug mir via Facebook auf, Conny vom Valleboten und Volker und Juan-José zu grüßen. Bei Conny kamen wir täglich vorbei, da richteten wir den Gruß aus. Conny freute sich, teilte uns aber auch mit, sie habe Kara 2Mails geschickt, und noch keine Antwort erhalten. Aha. Abends zuhause, wo wir w-lan hatten, teilten wir Kara mit, Conny warte auf Antwort.
Einige Tage später trafen wir in der Cofradía am Hafen Juan-José, dem wir auch die Grüße von Kara ausricheten.
An Bord der Amazonia trafen wir ja auf Volker, auch ihm wurden die Grüße ausgerichtet. Er freute sich, und sagte, er hätte von Momo den Auftrag, ihm Bilder zu schicken per Mail, wg. Delphine und so, ob wir Karas oder Momos Mail-Addy hätten. Nö, haben wir nicht, war meine Antwort, aber Conny hat sie.
So fügt sich auf der Insel oft eins zum anderen.

Essen auf La Gomera

Da weiss ich jetzt gar nicht, wo ich anfangen soll. Es ist so einfach und so reichhaltig. Gofio ist ein wichtiger Bestandteil der einheimischen Küche, aber auch Meeresgetier und Ziege und deren Produkte.

 

Zu guter Letzt der Supergau am letzten Tag

Am letzten Urlaubstag waren wir zuerst am „Felsen“, Clavito genannt, kurz vor Argayall. Ich war wehmütig, denn es hieß Abschied nehmen von dem für mich schönsten Ort. Aber wir wollten noch nach La Playa, uns mit B. u. S. treffen. In Vueltas kehrten wir noch in der Cofradía am Hafen ein, etwas abbeissen. Wie immer schauten wir herum, ob die üblichen Verdächtigen erscheinen, es war aber nicht die Uhrzeit dafür. 2 Tische neben uns saß ein einzlner Deutscher (im weiteren Verlauf Einzeltäter genannt), Rentner, trank ein Bier. Davor saß ein deutsches Ehepaar, die studierten einen Reiseführer. Kurz darauf kam ein einheimischer Fischer mit gut gefülltem Eimer und setzte sich an den Tisch neben dem Ehepaar. Flugs kamen andere Einheimische herbei, den Fang zu begutachten. Das Ehepaar schaute interessiert, der Einzeltäter stand sogar auf, um zu gucken, was es dort zu gucken gäbe. Letztendlich ging der Fang für 20 Euro in den Besitz eines anderen Einheimischen über.

Einzeltäter zu Ehepaar: Brauch ich nicht.

Ehepaar-Er: Nee, brauch ich auch nicht.

Einzeltäter: Wo wohnen Sie denn?

Er: in La Playa

Einzeltäter: Ja, ist ganz schön. Der Strand ist ganz schön, aber Kuba und die ganze Karibik, da sind die Strände schöner.  Hier kann man nur mit Schuhen ins Wasser.

Ich zu meinem Mr.: Ich hau denen gleich das halbe Maul weg.

Mr. zu mir: Nee, sei entspannt, sei tolerant.

Ehepaar-Sie: Also, wir wohnen in einer schönen Anlage, und DIE EINE WOCHE kriegen wir auch noch rum.

Ich zu Mr.: Ey, die haben noch ne Woche, ob ich ihr mein Ticket für morgen anbiete? Kannse eher weg, die olle Schickse.

Mr. zu mir: Eddchen entspann dich.

Einzeltäter: Ja, unsere Anlage ist auch sehr groß, hätte gar nicht gedacht, dass es hier sowas gibt. Gomera ist ja eigentlich schön ruhig. Aber ich war 10 Jahre zur See, ich hab alles gesehen, aber das hier ist nicht mein Ding. Schon mal der Strand….. Da gibts ja nur Sonne.

Ich zu Mr.: Ich wünschte mir, Hannibal Lecter sei mein Freund und er würde Speiseempfehlungen von mir entgegennehmen. Hier allerdings: Hanni, nimm nicht das Bries, das verdummt.

Ehepaar-Sie: Ja, ich kenne ja alle kanarischen Inseln, aber La Gomera gefällt mir am wenigsten.

Ich zu Mr.:  ummmmphhhhh…..

Mr. zu mir: sei froh, die kommen nicht wieder. Und die erzählen im Bekanntenkreis dann rum, wie scheisse es hier sei. Da kommt nix nach.

Ich: haste Recht. Das wäre ja wie Perlen vor die Säue. Sollen sie gestopft bleiben.

Einzeltäter: Und die Dörfer, waren Sie mal mit dem Wagen unterwegs? Die Dörfer, die sind ja wie ausgestorben.

Ok, wenn man Halligalli Stopfdörfer für echte Dörfer hält… Puerto de Mogan z. B. auf Gran Can oder so….

Diese 3 Personen haben mir gezeigt, wovor man La Gomera bewahren muss. Und zum Glück helfen sie da ordentlich mit, indem sie schlecht über die Insel reden.

 

Nachsatz: Seit fast 2 Monaten bin ich wieder hier, und es fiel mir mehr als schwer, es zu akzeptieren.

Delphin2 Im Wald

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hafen3