Der Regenwald im Morgengrauen

Dusche

Ich will ja nichts sagen, aber eine Regenwalddusche ohne Duschkabine, dafür mit Badewanne – abgerundet durch eine altbacksche Badewannen-Plexiglas-Falttrennwand – kann man nur suboptimal nennen, vor allem, wenn der „Umschaltschniepel“ das irgendwie nicht rafft.

Aber mal von vorne, gibt es im Regenwald Regenwaldduschen? Gibt es in der norddeutschen Tiefebene einen Regenwald? Ok, hätten wir mehr Wald, könnte man mit „ja“ antworten – ausgenommen diesen 2018er Sommer, aber der ist ja eher die Ausnahme.

In einer beengten Etagenwohnung mit beengtem Schlauchbad ergibt sich folgende Gemengelage: Das Wasser für die Badewanne wird per Einhebelmischer temperiert und auch gestartet und gestoppt. Kennt man, ist soweit kein Problem. Zum Duschen zieht man den über dem Einhebelmischer angebrachten „Schniepel“. Da wir aber nicht nur einen normalen flexiblen Duschkopf haben, sondern Mr. G. auch unbedingt und ausschließlich mit einer Regenwalddusche leben kann, ist am Duschgestänge ein weiterer Hebel angebracht. Der Kipp-Nippel! Kipp-Nippel oben: normale Dusche, Kipp-Nippel waagerecht: Regenwald.

Soweit immer noch kein Problem, denn normalerweise (!) zieht sich der Duschaktivierungsschniepel über der Mischbatterie aus der Duschfunktion zurück, wenn man dem Wasser „den Hahn abdreht“. Startet man erneut den Wasserzulauf, fließt er normal aus dem Wanneneinlass. Ist genormt, nech.

Dieses geschieht aber nicht, wenn man die Regenwalddusche über den am Gestänge befindlichen Kippnippel aktiviert und nach Abschluß des Duschvorgangs einfach die Wasserzufuhr stoppt, ohne den Kippnippel wieder in die Senkrechte zu bringen.

Wo das Problem ist?

Ich dusche morgens immer vor Mr. G. Das ist das Problem. Und wir haben eine Gastherme, die leider etwas Zeit benötigt, bis das Wasser Duschtemperatur erreicht hat. Und dass ich morgens automatisierte Handlungsabläufe habe, auch das mag ein Problem sein.
Denn normalerweise (während das Wasser verschwendend durch den Hahn läuft, bestücke ich die Zahnbürste mit Zahncreme und lege meine Brille ab) passiert da nix.

Nur manchmal. Manchmal hat Mr. G. am Vortag vergessen, diesen Kippnippel wieder in senkrechte Position zu bringen, so dass der normale Duschkopf aktiviert ist, aber eben erst dann, wenn ich den Umschaltschniedel über der Mischbatterie ziehe.
Hinzu kommt, dass ich den normalen Duschkopf in eine recht senkrechte Position aufwärts stellen muss, um (wie gesagt) in dem beengten Bad in der Wanne diese dusselige Plexiglasfalttrennwand nach dem Duschen einklappen zu können.

Ihr könnt mir folgen?

Jetzt kommt aber eben manchmal alles auf einmal. Z.B. heute Morgen 6:15 Uhr, ich betrete das Bad und betätige den Wasserzulaufeinhandmischer. Eine kalte Regenwalddusche rüttelt mich ungewollt wach. In meiner Panik betätige ich den Regenwald-/Normaldusch-Nippel und bringe ihn in aufrechte (Normaldusch-)Position. Der normale Duschkopf ist selbst senkrecht positioniert (wg. dieser Trennwand, nech…), nun werde nicht nur ich, sondern auch die gegenüberliegende Wand, die Toilette, das Klopapier, der Boden, die (zum Glück Baumwolle) Badematte unter Wasser gesetzt – und zwar kalt, so schnell ist die Therme nicht.

Bis ich in meiner durchnässten Panik den Anti-Dusch-Schniepel betätigen kann, ist der Morgen irgendwie gelaufen.

Frage: Wieso deaktiviert die Abschaltung der Wasserzufuhr nicht automatisch die Duschfunktion beim „Regenwald“, wenn es bei der normalen Dusche doch funktioniert?

Dip, Grüne Sauce, misslungener Kräuterquark

Boah ey, nech, da wollte ich eben Kräuterquark für das Sonntagsfrühstück basteln, da hab ich mich vertan bei den Zutaten. Aber wer kippt schon sauleckeres weg? Ich nicht. Mein Fehler: Tomaten und der Schluck Wasser. Ohne das wäre es leckerer Frühstücksquark geworden. So aber tendiert das eher nach Pellkartoffeln mit Kräutersauce. Oder kaltes Fleisch mit Kräutersauce. Als echte „grüne Sauce“ möchte ich es nicht bezeichnen. Nun denn, der Weg ist das Ziel und hier ist der Weg zum Dip oder kalten Kräutersauce:

Man nehme:

500 g Magerquark

die oberen Enden von einem Bund Frühlingszwiebel

2 Tomaten

3 TL Olivenöl (hier selbstgemachtes WürzOlivenöl mit Petersilienstängeln und gepresstem Knobi – Rezept hab ich hier irgendwo veröffentlicht)

1 Hand voll Blattpetersilie

1 Schluck Wasser

Salz, Pfeffer

Also, und dann geht das so: Die grünen Enden der Frühlingszwiebeln in ca. 4cm lange Stücke schneiden und in den KitchenAidBlender (Standmixer) werfen. Tomaten halbieren, auch rein damit. Petersilie grob zerreissen, rein damit. 3 TL Olivenöl, Salz, Pfeffer und Schluck Wasser dazu.

Nun den Mixer anwerfen, erst mal Eiswürfelmodus, oder Zerhackmodus, oder Shakemodus, egal, also also so lange rumprobieren, bis alles vermengt ist. Die Masse ist wg. Wasser u. Tomate relativ flüssig, eignet sich nicht „für auf Brot“. Aber sie eignet sich eben für kalte Kräutersauce zu allem Möglichen. Knobi kann man auch noch reinwerfen, wenn man mag.

Übrigens: Der Standmixer lässt sich super reinigen, wenn man ihn halb mit warmen Wasser füllt, 1 Tropfen Spüli rein, und dann auf der Stufe „Rühren“ ca. 10-20 Sekunden laufen lässt.  Steht so auch in der Gebrauchsanweisung.

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Broken tumble dryer meets Halloween beneath the roof

Wie aus Teil 1 ersichtlich, war der Trockner nun mal kaputt, da biss keine Maus den Faden ab. Wir sammelten unsere Wäschen und hofften auf Erlösung. Am Donnerstag ereilte mich die Erlösung in Form eines Anrufes des Trocknerheilemachermannes, der Keilriemen sei da, er käme nächsten Mittwoch (4.12.). Ich weilte gerade im Büro, meine Stimme kippte ins Schrille, ich sprang auf: „Das ist jetzt nicht ihr Ernst, guter Mann, gucken sie mal raus, es schüttet, wo und wie soll ich denn die Wäsche trocken kriegen.“  „Ja, die wird nass“, war seine lapidare Antwort und „aber wir müssen die Maschine ja komplett auseinandernehmen, das dauert, das schaffen wir vorher nicht“. Ich: „Auseinandernehmen? Die IST auseinandergenommen, sonst hätte ich ihnen ja nicht sagen können, dass der Keilriemen gebrochen ist, und der Kondesator mit Kabelstrapse angefrickelt werden muss.“

Er: „Sind Sie denn jetzt beim Trockner?“ „Nein, ich bin auf Arbeit.“ „Ach so, ja, also, dann könnten wir sie Montag Nachmittag dazwischen schieben, zwischen halb 12 und 16 Uhr“. „Moment mal“, sagte ich, „ich muss meinen Chef fragen“ (wir hatten ja noch ne Baustelle offen, wegen derer ich am Samstag schon ne Sonderschicht einlegen wollte).

Ich rollte also mit meinem Bürostuhl in den Türrahmen zum Chef und hob an: „Schähäff, ich muss Montach um halb 12 wech, wegen Trocknerheilemachermann“. Chef: „Hamse dann Telefon bei, falls ich was wissen muss?“ Ich: „jaahaaa“. (Augenroll).

Dann bestätigte ich dem Trocknerheilemachermann, dass es am Montag ginge.

Am Freitag denn konnten wir zuhause nicht mehr umhin, eine Maschine Wäsche anzuwerfen. Weiss, 40°.  Denn es gibt hier im Haus 2 Decks höher noch einen Dachboden. Links und rechts davon sind sogar noch 2 Dachschrägenwohnungen. Der Dachboden wird nur von unserer lieben Nachbarin M. ab und an genutzt, von uns noch seltener. Ein kleiner Raum mit 4 Wäscheleinen und unser Wäscheständer hat da auch sein Waisendasein gefunden. Als die Wäsche fertig war trug mein G. sie mir die 2 Etagen hoch. In einer der beiden Dachwohnungen wohnt ein „Betreuter“, mit psychiatrischem Hintergrund. Ich hatte ihn in den 5 Jahren meines hier Wohnens erst 2 oder 3 mal gesehen, 2 x Treppenhaus, 1x draußen. Er ist so um die 60 mit halblangen grauen Haaren, friedlich, aber eben total seltsam. Während ich da also unsere Wäsche aufhängte, mein G. wieder unten war, kam auf einmal dieser Nachbar aus seiner Wohnung, bekleidet mit Doppelripp-Schlabberunterhose und kariertem Holzfällerhemd und Puschen. Er guckte zu mir in den Dachboden und sagte: „Ich will nur gucken, ob das Fenster zu ist“ (es war ein windiger Tag). Ich: „Ja, das ist zu“. Er: „gut“.  Also wirklich völlig harmlos und irgendwie total durchgeregelt.

Nach getaner Aufhängung der Wäsche löschte ich oben das Licht, stieg hinab, vorbei an Opa R.s verwaister Wohnung 1 Deck tiefer (Opa R. kam im Alter von 101 Jahren in ein Altersheim, Opa R. war „Erstbezug“ 1937).

Sonntag dann wurde undiskutierbar dunkle Wäsche fällig, gleiches Spiel wie Freitag. G. trug die Wäschewanne auf den Dachboden, unterwegs trafen wir eine Dame vom Pflegedienst, die dem Typen oben auch das Essen bringt. Zuerst musste ja die Wäsche von Freitag abgenommen werden, und G. wollte unten in der Wohnung was machen, war schon im Gehen begriffen.

Und da begann Halloween. Ein Schreien, ein Streiten, Poltern, unartikulierte Laute. „G., du bleibst hier!!!“ „Quatsch, wieso, der streitet sich, du bist auch laut beim Streiten.“  „DER ist aber alleine!“ Es war richtig schaurig. Er schrie, gab wirklich unartikulierte Laute von sich, dann mal wieder Pause, und dann ging es weiter. Meine Angst mag irrational gewesen sein, denn wäre er nicht harmlos, würde er dort nicht relativ selbständig wohnen. G. und ich hängten dann die Wäsche gemeinsam auf, und ich war froh, als wir wieder bei uns in der Wohnung waren.

Heute dann kam der Trocknerheilemachermann nebst Praktikanten. Der gute Mann freute sich, dass es ein Wärmepumpentrockner ist, und die Installation des Keilriemens relativ einfach war. Auch den abgebrochenen – aber voll funktionstüchtigen Kondensator – befestigte er mit Kabelstrapse und versuchte nicht, mir einen neuen Kondensator aufzuschwatzen. Natürlich lag er auf dem Küchenfußboden und entledigte sich seiner Handys. 1 Privat, 1 Firma. Während seiner Arbeit verschwand eins fast unter dem Sideboard, das angelte ich ihm dann schnell hervor. Nach getaner Arbeit (Keilriemen: 31,92 Euro, 1,25 Arbeitsstunden à 61,60 = 77,00, Anfahrt 5,– Euro, Märchensteuer 21,64 Euro, macht 135,56 Euro).

Ich hab mit so einem Betrag gerechnet.

Er war kaum mit seinem Praktikanten weg, da seh ich in der Küche:  Beide Handys vergessen, ich konnte ihn also nicht mal anrufen! Und ich wollte noch weg. Also in der Firma angerufen und gesagt, ich brächte die beiden Telefone vorbei, das fanden sie sehr nett. Als ich da war komische Reaktion der Dame am Tresen: „Was war denn da los?“  Ich: „Der Trockner läuft wieder, wir haben uns alle gefreut, und dann ist er mit dem Praktikanten weg.“ Meister: “ So ein Schussel“.

Als ich dann eben nachhause kam, klingelt mein Handy, der Trocknerheilemachermann, ziemlich diffus, ob er sein Handy bei mir vergessen hätte.Ich klärte ihn auf, es sei -auch das private Handy – in der Firma, weil ich wieder weg musste. „OMG“ entfuhr es ihm „und was hat der Chef gesagt? Dass ich ein Schussel bin, sein Sie ehrlich!“ Ich: „nein, sie wollten nur wissen, was los war und ich sagte ihm, dass ich sehr zufrieden war“Er: „Danke“.

Vielleicht ist er ein Schussel, aber seine Arbeit macht er gut!

Wenn der Trockner mal kaputt ist, ja was ist denn schon dabei….

Nein, das lässt mich gar nicht kalt.

Es begab sich aber gestern in den frühen Abendstunden, dass wir den Trockner im Wolle-Programm starteten, waren doch Wollpullis nach erfolgter Waschung zu trocknen. Eigentlich ließ sich das Unterfangen recht komplikationslos an. Klappe auf, Pullis rein, Knöppken drehen, Start drücken. Und so war dann Zeit und Ruhe, sich den Simpsons zu widmen.

Zum Zwecke der Nikotinzuführung begab ich mich in die Küche.

Doch was war das? Das Trockner-Display leuchtete mir frech mit 16 Minuten Restzeit entgegen. Aber es herrschte gespenstische Stille. Nichts drehte sich, nichts tat sich. Was macht der geneigte User, der sich tagsüber im Schweisse seines Angesichts mit dem PC auseinandersetzt?

RISCHTISCH

Ausmachen, anmachen.

Nichts.

Nun hatte ich aber keine Tumble-Dryer-IT @home. Keine parentID und auch keine parentparentID. Was sich wohl auch in diesem Fall als besser erwies, denn mein Blutdruck war schon am Rande des Orbit. Da hätten mir pseudoschlaue Sprüche nicht geholfen, sondern mich über den Rand des Wahnsinns hinausgetrieben.

Völlig irr raste ich ins Wohnzimmer, wo Homer Simpson irgendetwas tat (das tut der immer). DER TROCKNER DREHT SICH NICHT MEHR. Was ich da nun mal so gar nicht gebrauchen konnte, war eine bessere Hälfte, die die Ruhe bewahrte. (Wie kann er nur). Ich drehte durch und zurück in die Küche. Erst mal die Pullis raus, die müssen trocknen, sonst fangen sie an zu stinken, und ich hasse das, wenn da auch nur ein Hauch Muff drin hängt. Die Teile wurden dann erst mal ordentlich verteilt in der Nähe von Wärmequellen.

Nachdem wir einen Streit-Climax überwunden hatten, zogen wir das Corpus delicti erst einmal unter der Arbeitsplatte hervor und zogen den Stecker. Das „Vergessen“ einleiten. Kalter Abbruch. Runter vom Server. Danach holte ich meinen Blutdruck back to earth, und schaute die Lindenstraße meines Vertrauens.  DIE habens auch nicht leicht!

Am Ende des Abends begaben wir uns in die Waagerechte und ließen den Trockner Trockner sein. Soll er doch sehen, was er davon hat.

Heute morgen – ich lag noch in Morpheus Armen – versuchte meine bessere Hälfte, die Systeme wieder hochzufahren. Stecker rein. Anschalten, Start machen. Licht ging an (Das Teil hat ein Bullauge), Luft pustete, aber nix drehte sich.

OK. OK. OK.  Ich habe verstanden. Unforced hardware error.

Auf Arbeit angekommen, nahm ich ohne Umwege den Eingang zur E-Bude. GIB MIR MAL DIE NUMMER VOM STEIN. Mit dieser betrat ich mein Büro, fuhr dort das System hoch, griff zum Hörer und rief den Stein an. Denn der arbeitet da, wo ich das Ding Ende Oktober 2011 gekauft hatte. Garantie also mal gerade abgelaufen, nech. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Dummerweise bietet der Laden keinen Service an, er versorgte mich aber mit der Service 0180-Nummer. Diese Nummer wählte ich dann an.

Jahja: Ich wählte die 0180-Service-Nummer an. Ein sehr netter Computer meldete sich. Ich möge doch meine Vorwahl eintippen um mich weiterzubringen. Dann meldete sich eine Menschin. Ich schilderte ihr mein Begehr, zwecks Termin und so und überhaupt, gerade aus der Garantie raus. Zum Glück hatte ich morgens meine Blutdruckpillen eingeworfen. Die Menschin klärte mich auf: Diese Nummer diene einer Art Vermittlung, meine Vorwahl würde von einem Kundendienst in Holland bedient. Und sie gab mir eine Telefonnummer. Die Nummer war zwar inländisch, aber irgendwie fiel da bei mir eine Klappe runter. Ich bedankte mich artig, lehnte mich zurück und dachte kurz nach.

Da war doch mal der nette Typ, der mir den Geschirrspüler repariert hatte und auch gleich nach der Waschmaschine schaute, weil ich dachte, sie hätte was. Die hatte aber nix, das nur so am Rande. Wo hatte ich den Typ noch mal her? Ah ja, Vermieter.

Also rief ich den Vermieter an, ich bräuchte mal die Nummer von dem Elektriker. Ja, was denn sei? Nichts Schlimmes, aber der war gut und ich hab ein Gerät kaputt, der soll mal drüber gucken. Vermieter gab mir Nummer von Elektriker, den angerufen, ob er auch AEG-Geräte mache. Nein, tut uns leid. Ja, wer denn dann? Hm, wartense, rufense mal Fa. XY in der Wiesenstr. an. Ich da angerufen. Jo, machen wir, was hat der Trockner denn? Er dreht sich nicht, geht aber. Ja, sind sie gerade bei dem Gerät? Nein, auf Arbeit. Hm. Wir brauchen die Typenbezeichnung, die finden Sie in der Tür da und da. Ich solle abends noch mal anrufen und auf Band sprechen.

Immerhin hatte ich jemanden gefunden, der das macht. Einem Kollegen erzählte ich die Odyssee und erwähnte auch die Fa. XY in der Wiesenstr. Sein Kommentar: Die sind gut!

Später erzählte ich einem anderen Kollegen – meinem privaten Renovierungsstromverleger – davon, auch von XY. Das machte ihn völlig happy, sei ich doch mal wieder sein Schicksal gewesen, da er genau diese Firma (die ist wirklich gut) anrufen wollte, um die Waschmaschine seiner Mutter reparieren zu lassen. Und das hatte er fast vergessen.

Er kam dann noch mal vorbei, um mir zu sagen, er käme nach Feierabend mit zu uns, um da schon mal drüber zu gucken. FREU.

Zuerst aber mussten er und ich noch zu einer externen Sitzung, die in der letzten Kneipe vor New York stattfand (Anmerkung: da doch mal wieder was abbeissen?) 2,5 Stunden später fuhren wir gegen 18.30 zu uns. Der Trockner wurde auseinandergeschraubt. Aus irgendeinem unerfindlichen Grund war der Keilriemen gerissen und der Kondensator aus der Halterung gebrochen.

Ich kriege ja immer so mittelschwere „das übersteigt mich jetzt“-Attacken, wenn da 2 Männer in der Küche so lapidar die Hardware auseinandernehmen und hinterher noch wissen, welche Schrauben wohin gehören. Zumindest die Diagnose stand schon mal fest. Ich machte noch Fotos und auch vom Typenschild, damit ich der Fa. XY morgen früh am Telefon sagen kann, was fürn Teil das ist.

Meinen lieben Kollegen fuhr ich dann noch heimwärts.
Wieder hier hatten meine bessere Hälfte und ich keine Lust mehr, Essen zu kochen. Macht nichts, es findet sich schon was.

Der lange Weg zur Pyrolyse

Wie lange habe ich meinen „neuen“ Herd jetzt? 2 Jahre oder 3? Ich glaube, es sind 3 Jahre. Nachdem meine bessere Hälfte mich gestern ans Bett fesselte, nein, nicht um mich eindringlich auf meine Verfehlungen hinzuweisen, sondern einfach, weil meine Erkältung mich wieder umwarf, montierte er heute in Ruhe die neue Spülarmatur in der Küche. Davon angelockt, gesellte ich mich zu ihm und gab – wie immer – nützliche Besserwissertipps ab. Am Ende funktionierte alles, ok. der Schlauch ist etwas schwergängig, aber soll ich Onkel A*li deswegen die Hölle heiss machen? Ich räumte den Unterschrank wieder ein. Und da ich gerade joggingbehost auf dem Fußboden hockte, kam mir die Idee, den Backofen mal wieder zu reinigen, schließlich fand sich im Unterschrank eine Dose Backofenspray. Ich hasse dieses Zeug, aber welche Wahl habe ich??? OK, beim Kauf des Herdes (Ofens) erfuhr ich auch, man könne eine pyrolytische Reinigung durchführen. Dafür allerdings ….. müsse man die Einschubgitter entfernen. Näääääää, kein Bock auf Werkzeug. Also sprühte ich in unregelmäßigen Abständen dieses Chemiezeug in den Ofen, verrenkte mir mehrmals Rücken und sonstige Körperpartien. Restlos sauber wurde das nie. Heute auch nicht, nech. Ich hing nach der Einwirkzeit wie ein Selbstmörder mit dem Oberkörper im Backraum und versuchte, die Schaum-Schmutzreste mittels eines Lappens wegzuwischen. Wer das Zeug kennt, weiss, dass es allenfalls am Boden des Ofens hinhaut. An den Seiten sind die Einschubgitter, hinten an der Wand ist schon mal fast gar kein Hinkommen. Der Ofen stinkt, der Lappen ist kaum auswaschbar, immer wieder kommt da die Brühe raus. Irgendwie hatte ich die Faxen dicke. Natürlich wurde der Ofen sauberer, aber eben nicht sauber (die Umkehrung der Bedeutung der Steigerung des Adjektivs).

Da ich nun schon in dem Ofen hing, machte ich mich daran zu schauen, wie viele Schrauben zu lösen seien, um diese Einschubgitter zu entfernen. Mein Pulli war nun auch reinigungsbrühegetränkt. hm.. hier vorne hats keine Schrauben, weder oben, noch mittig, noch unten. Hinten: Auch keine.  Meine Finger tasteten sich am schmierig verseiften Chemiegesülze entlang. Nö, niente, nada. Keine Schrauben. Also ruckelte ich an der vorderen Längsverstrebung mit leichtem Zugdruck. Schwupps, da entfleuchte die Halterung aus einem Löchlein in der Ofenwand vorne und hinten gings auch leicht raus. DAS GIBTS DOCH NICHT…. rief ich, mich dem Gitter auf der anderen Seite zuwendend. SO BLÖD KANN ICH DOCH NICHT SEIN…. entfuhr es mir wieder. Meine bessere Hälfte weilte zu der Zeit im Südwestflügel, hörte mein Rufen und sagte: Was ist denn? Kann ich helfen? NEIN!!!!!  DASS DAS SO EINFACH IST….

Scheppernde Geräusche teilten ihm mit, dass ich etwas tat. Ich warf nämlich nacheinander die halbwegs vom Reinigungsschaum befreiten triefenden Einschubgitter ins Waschbecken, das mit der neuen Spülarmatur. Ich nahm meinen Lappen und versuchte nun, die Fetteinbrennungen ungehindert durch Gitter und co. zu säubern. Ging nicht.

Ich trocknete mir die Hände an der Jogginghose, ging ins Wohnzimmer und dachte nach.

Dann ging ich wieder in die Küche. Pyrolyse! geisterte es durch meinen Kopf. Mal in dem Handbuch vom Herd blettern. WO ISSEN DAS HANDBUCH VOM HERD? Schließlich wollte ich alles richtig machen. Es war aber nicht aufzufinden. Meine bessere Hälfte, nach wie vor im Südwestflügel, befragte das OnlineHandbuch, nachdem ich ihm aus dem Südostflügel die Typenbezeichnung zurief. Aha.

Das Kapitel Pyrolytische Reinigung war schnell ausgedruckt.

Ich handelte anweisungsgemäß, aber immer kam eine Fehlermeldung, nämlich „C1“.   C1 besagt, dass die Gitter noch drin seien. Aus meinem Erkältungshusten wurde ein Stresshusten. Übersprungshandlung. Die Gitter SIND draußen. Meine bessere Hälfte eilte mir zur Hilfe und schlug vor:  Mach die Gitter noch mal rein.

WAS SOLL ICH?

Die Gitter noch mal reinmachen, sagte er ganz ruhig. Ich dachte, ich spinne. Ich weigerte mich. Der Ofen hat einfach keine Fehlermeldung anzuzeigen, wenn alles in Ordnung ist. Meine bessere Hälfte nahm das linke Gitter aus dem Spülbecken und steckte es wieder ein, während er dozierte: Ist wie beim Rechner. Ist irgendwie immer wie beim Rechner, noch mal raus, noch mal rein oder umgekehrt. Ich lachte ihn natürlich aus.

Nachdem er beide Gitter wieder drin hatte, startete er das Pyroprogramm und entfernte dann die Gitter.

Was soll ich sagen?

Es funktionierte !!!!

Vornehm diskret zog sich meine bessere Hälfte wieder zurück, ich war ihm dankbar.

Dann nahm ich mir die Einschubgitter vor, und bearbeitete diese in einer aufrechten Körperhaltung, sie sehen aus wie neu. Das Ofenergebnis lässt auch nicht mehr lange auf sich warten.

Einschubgitter

Twingolette am akustischen Abgrund

Es begab sich aber zu der Zeit, dass ich abends in einer der kleinen Seitenstraßen parken musste. An sich ist das nicht schlimm. Nur: Die Borsteine sind dort abwegig hoch. Wer es nicht gesehen hat, glaubt es nicht. Trotzdem ist es möglich, halbseitig dort auf dem Gehsteig zu parken. Und erlaubt ist es auch. Allerdings gibt es etwas Wichtiges zu beachten: Achtsamkeit, Sorgfältigkeit, Augenmaß, im Zweifelsfall lieber die Finger, bzw. das Auto davon lassen. Nun war es aber schon dunkel, die Blase drückte, und es war kein verhältnismäßiger Einstieg in die Bordsteinwand frei, da war alles schon besetzt. So musste ich wohl oder übel mit der rechten Seite meines Fahrzeugs die Steilwand erklimmen. Langsam, ganz langsam. Aber bei ganz langsam im Verhältnis zur Höhe passiert da gar nichts. So habe ich denn mehr Gas gegeben. So viel Gas, das mein Vorderreifen gar nicht anders konnte, als zu reagieren.  Das klappte dann ganz wunderbar, nun noch das rechte Hinterrad hochhieven, ausjustieren, damit da noch andere Autos durch die Straße kommen, vor, zurück, vor, heftiger Neigungswinkel, ich blickte nach oben durchs Beifahrerfenster. Nette Fensterdeko haben die da im 1. OG… Noch mal gut in Spur bringen… raaaatsch, kräcksel.  BREMSE TRETEN!  Das hörte sich nicht gesund an. Gar nicht.  Ich hängte den Mantel des Schweigens über dieses Ereignis und fuhr am nächsten Morgen zur Arbeit, auch am Nachmittag zurück. Und so weiter, viele Wochen lang. Mittlerweile hatte ich mich gewöhnt an das neue seltsame Geräusch:

Etwas klackert metallisch, wenn ich ein Schlagloch mitnehme, oder eine kleine Bodenwelle, oder andere Unebenheiten. Es war mir alles andere als geheuer.

Endlich traute ich mich – das Geräusch war mittlerweile mein ständiger Begleiter – mich einem Kollegen zu offenbaren, dem ich auch sogleich meinen Autoschlüssel in die Hand drückte. Ich weiss nicht, wohin er fuhr, was er tat, aber als er wiederkam, sagte er, da sei ein Hydraulik-Schlauch lose gewesen, wahrscheinlich der von der Scheinwerferjustierung. Den Anschluss habe er nicht gefunden, aber den Schlauch befestigt.

Seltsam, ein kleiner Schlauch. Aber jetzt herrscht Ruhe, wenn ich fahre.

Zum Dank bekommt er morgen einen Zinkeimerkuchen mit Apfel und Rosinen.

Rührkuchten im Zinkeimer

Der Widerstand ist gebrochen !

Seit 5 Jahren teile ich mein Wohnzimmer mit einer Briefmarke! Wir kamen recht gut miteinander aus, allerdings betrachtete ich sie auch nicht soooo oft. Jetzt ist das Verhältnis gestört, naja, nicht wirklich, aber meine bessere Hälfte versucht, einen Keil zwischen mich und meine Briefmarke zu treiben. Und das kam so:

Vor 7 Monaten zog meine bessere Hälfte bei mir ein, aus meinem Wohnzimmer wurde unser Wohnzimmer, dito geschah es mit den anderen Zimmern und auch Möbeln. Nur die Briefmarke, die blieb meine. Auch dann, wenn er sie erwähnte. Das hatte irgendwie den Touch wie im Elterndasein, je nach dem, ob die Kinder was angestellt haben, sind es meine oder deine Kinder. Bei uns war es eben die Briefmarke. Meine bessere Hälfte mag meine Briefmarke nicht. Er verlacht sie und immer, wenn er nicht richtig gucken kann, ist die Briefmarke schuld. Alles viel zu klein, sagt er. Man könne doch…. hub er desöfteren an…. man könne doch die Briefmarke ins Schlafzimmer bringen, dann wäre sie ja immer noch da und nicht so richtig weg. Für „da“ würde sie doch reichen.

Bislang konnte ich mich erfolgreich wehren, vor allem aus finanziellen Gründen, denn die Briefmarke im Wohnzimmer wollte er ersetzen durch ein „Fenster zur Welt“. Und das kostet bekanntlich.

Meine gesamte Verwandschaft und Schwägerschaft zog er mit in sein Boot, sie alle nickten auch immer brav ob seiner Argumentation. Ich stand auf verlorenem Posten. Meine Briefmarke wurde verhöhnt und verlacht, mein Standpunkt, sie sei völlig ausreichend, wurde mit Kopfschütteln quittiert, geradezu krankhaft muss mein Festhalten auf die anderen gewirkt haben. Ob wohl noch alles mit mir stimme….

Nun kam es aber dazu, dass Onkel Al*i mal wieder sein blaues Wunder mit der Sonntagspostille verteilte und ich diese nicht schnell genug verschwinden ließ. Onkel Al*i bietet diese Woche „Fenster zur Welt“ an!  In angemessener Größe zum angemessenen Preis, was dieses „Fenster zur Welt“ noch so kann, verschließt sich meinem Interesse. Anscheinend handelt es sich um eine eierlegende Wollmilchsau oder so.

Was soll ich sagen, meine bessere Hälfte setzte mir argumentativ zu, ich fing an, die Kapitulation meinerseits einzuleiten. Meine Briefmarke wird umziehen müssen.

Der Widerstand ist gebrochen, gerade erreicht mich aus dem hiesigen Onkel Al*i eine SMS: „Habe den letzten ergattert“

Nun wische ich im Wohnzimmer das Sideboard sauber, die Briefmarke darf aber er rübertragen, ich werde mich wenigstens der Form halber in der Küche verschanzen.