Wir schmoren im eigenen Saft…

…und suhlen uns darin.

Selektive Wahrnehmung in vollendeter Form. Ist jemand von euch schon mal auf einer rechten Seite (wo auch immer) gewesen und habt dagegen gehalten?

Seid ihr schon mal auf einer linken Seite gewesen und habt dagegen gehalten?

Ich möchte hier nicht über Faktenrelevanz sprechen, sondern darüber, wie es einem dabei geht.

Sachliche Disskussionen mit „der anderen Seite“  sind nicht möglich. Rechts werden Fakten ganz amerikanisch zu Fake-News erklärt, die Presse zu Lügenpresse.

Hälst du weiter mit Fakten dagegen, wirst du aus der Gruppe (so man denn hineingelangte) ausgeschlossen.

So einfach ist Faschismus. Faschismus ist rechts. Jaha. Faschismus hat aber nichts mit „rechts“ allein zu tun. Faschismus gibt es auch woanders.

Nehmen wir zum Beispiel mal Fazzebuck. Da schleicht sich ein Rechter in eine Antifagruppe. Also kein professioneller Rechter, sondern einer, der einfach nur shice rechts denkt. Er ist anders denkend. Er wird gemobbt, aus der Gruppe geworfen, es wird kurz andiskutiert,

Aber der Verbleib in der Gruppe wird durch linksfaschistischen Ausschluss beendet. Muss sich eine Antifa faschistisch verhalten?  Ich denke, sie führt sich damit ad absurdum. Überlassen wir das doch lieber den Rechten.

Was bleibt am Ende? Die Rechten beweihräuchern sich selbst, die Antifa beweihräuchert sich selbst. Man schmort nur noch im eigenen Saft. Vielleicht mag es auch da Grabenkämpfe geben. Unnötige Zeitverschwendung.

Eins sei festzuhalten: Gewalt in jedweder Form und aus welchem Grund auch immer ist abzulehnen. Es gibt keine „gute“ Gewalt, die eine Daseinsberechtigung hätte. Auf keiner Seite. Nicht rechts, aber auch nicht links.

Auch wenn ich gerne sage: „Wo Argumente nicht mehr siegen, können Steine Flügel kriegen“, so ist das der falsche Weg, egal, wo ich stehe. Da muss ich mich oft zurückpfeifen, wenn ich meine, meine „Gewalt“ sei die gerechtfertigte Gewalt.

Sobald das Mittel der Gewalt, ob auf Demos, in länderübergreifenden Auseinandersetzungen oder sonstwo gewählt wird, diskreditiert man sich selbst.

Gewalt an sich beinhaltet aber nicht nur Waffengewalt, körperliche Gewalt.Gewalt wird auch ausgeübt, wenn ich einen Gegner mit anderen, als argumentativen „Waffen“ bekämpfe. Es ist leicht, jemanden aus einer Gruppe auszuschließen, zielführender wäre es, ihn trotz aller unsachlichen Aussagen z.B. mitzunehmen. So schwer das auch fällt. Das würde aber voraussetzen, dass innerhalb der Homogenität der Gruppe die Sachlichkeit IMMER oberste Priorität hat.

Es hilft der Demokratie nicht weiter, wenn wir uns nur noch mituns selbst beschäftigen.  Es hilft uns nicht weiter, wenn wir nicht produktiv und konstruktiv denken und auf die Gegenseite nur schimpfen. Denn das ist so einfach, verändert aber nichts. Im eigenen Saft zu schmoren bedeutet: Reduktion. Das ist in der Politik nicht anders, als in der Küche.

… tbc…

 

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